Dekadenz ist eine künstlerische und kulturelle Bewegung, die Ende des 19. Jahrhunderts entstand. Sie entstand als Reaktion auf den Optimismus und die Rationalität, die für diese Zeit charakteristisch waren, als die Menschen von Wissenschaft und technischem Fortschritt fasziniert waren. Was ist Dekadenz in einfachen Worten? Es ist der Versuch von Künstlern und Schriftstellern, eine andere Seite der Realität zu zeigen – die dunkle, melancholische, sogar etwas düstere. Sie suchten die Schönheit im Verfall, wie die Blätter, die im Herbst fallen, wenn man sich bewusst wird, dass dies gleichzeitig das Ende und der Anfang ist.
Manchmal kann Dekadenz wie etwas sehr Depressives erscheinen. Aber tatsächlich fasziniert sie die Menschen, weil sie daran erinnert, dass selbst im Verfall eine gewisse Schönheit liegt. Wie ein Künstler ein altes, halbzerstörtes Haus malt und seine Geschichte und seinen Charme zeigt. Das ist Dekadenz: die Fähigkeit, die nicht offensichtliche Anziehungskraft in dem zu sehen, was bereits seinen Glanz verliert.
Dekadenz ist für viele immer noch interessant, weil sie einen unkonventionellen Blick auf die Welt bietet. Die Menschen streben immer nach etwas Neuem und Ungewöhnlichem, und Dekadenz regt dazu an, über die Komplexität und Tiefe des Lebens nachzudenken. Sie lehrt, die Mehrdeutigkeit des Lebens zu akzeptieren und die Momente zu schätzen, die unbedeutend erscheinen, aber gleichzeitig voller Emotionen und Bedeutung sind.
Die Hauptmerkmale der Dekadenz:
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Pessimismus und das Gefühl einer Kulturkrise;
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Flucht vor der Realität (in Mystik, Exotik, Traum, Tod);
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Kult der Schönheit, manchmal krankhaft oder künstlich;
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Individualismus, Isolation des Künstlers;
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Unglaube an Fortschritt und Wissenschaft;
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Oft – Erotik, dekadenter Hedonismus, das Thema der Verderbtheit und des Verfalls.
Bekannte Vertreter der Dekadenz:
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Oscar Wilde (England)
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Charles Baudelaire (Frankreich)
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Stéphane Mallarmé, Paul Verlaine
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Mychajlo Kotsjubynskyj, Olga Kobyljanska, Lesja Ukrajinka (einige Werke)
In der Kunst: Dekadenz spiegelt sich in:
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Literatur (Symbolismus, Impressionismus);
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Malerei (zum Beispiel Gustav Klimt);
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Musik (später Richard Wagner, Claude Debussy).