Die Krawatte und ihre Knoten: wie das Militärtuch zum Symbol der Eleganz wurde
Es ist schwierig, ein Kleidungsstück der männlichen Garderobe zu finden, das eine so ungewöhnliche Geschichte hat wie die Krawatte. Heute wird sie mit Business-Stil, feierlichen Anlässen und offiziellem Etikett assoziiert. Ihr Vorfahre war jedoch keineswegs...
Es ist schwierig, ein Kleidungsstück der männlichen Garderobe zu finden, das eine so ungewöhnliche Geschichte hat wie die Krawatte. Heute wird sie mit Business-Stil, feierlichen Anlässen und offiziellem Etikett assoziiert. Ihr Vorfahre war jedoch keineswegs ein Schmuckstück für Büroangestellte oder Diplomaten, sondern ein gewöhnliches Halstuch von Soldaten des 17. Jahrhunderts.
Die Geschichte der Krawatte beginnt in Europa während des Dreißigjährigen Krieges. In der französischen Armee dienten kroatische Söldner, die farbige Stofftücher um den Hals trugen. Diese halfen, den Kragen des Hemdes zu halten und dienten gleichzeitig als eine Art Erkennungszeichen der Zugehörigkeit zur Armee. Den Franzosen gefiel dieses Kleidungsstück so gut, dass sie begannen, den Kroaten nachzueifern. Der moderne Name „Krawatte“ stammt genau von dem französischen Wort cravate, das sich von der Bezeichnung der Kroaten (Croates) ableitet.
Das neue Accessoire wurde schnell zum Modetrend unter der europäischen Aristokratie. Im 17. und 18. Jahrhundert waren Krawatten deutlich üppiger als heute. Sie erinnerten eher an Spitzen-Schals und komplizierte Halstücher, die auf viele verschiedene Arten gebunden werden konnten. Für einige Adelige galt es als fast eine Kunst, eine Krawatte schön zu binden.
Im 19. Jahrhundert begann die Krawatte, allmählich ihre uns vertraute Form anzunehmen. Mit der Entwicklung des Geschäftslebens und dem Aufkommen einer Bürokultur entstand die Notwendigkeit eines praktischeren Accessoires. So entstand die lange, schmale Krawatte, die heute zum Klassiker der Herrenmode geworden ist.
Doch die Krawatte selbst ist nur die Hälfte der Geschichte. Nicht weniger interessant ist die Evolution der Knoten. Denn dasselbe Accessoire kann ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem, wie man es bindet.
Der einfachste und gebräuchlichste Knoten heute ist der „Vierer“-Knoten oder Four-in-Hand. Man nimmt an, dass er seinen Namen von einem britischen Kutscherclub des 19. Jahrhunderts erhielt. Dieser Knoten lässt sich leicht binden, hat eine leicht asymmetrische Form und passt zu fast jedem Hemd. Genau diesen wählen am häufigsten Männer, die täglich eine Krawatte tragen.
Ein echtes Symbol für geschäftliche Eleganz ist der „Windsor“-Knoten geworden. Sein Name ist mit dem Herzog von Windsor verbunden, der für seinen makellosen Stil bekannt war. Der Knoten ist breit, symmetrisch und passt gut zu Hemden mit abstehenden Kragen. Durch seine Form vermittelt er ein Gefühl von Solidität und Offiziellheit.
Es gibt auch den halben Windsor-Knoten – eine Art Kompromiss zwischen der Einfachheit des „Vierers“ und der Massivität des vollständigen „Windsors“. Viele Stylisten bezeichnen ihn als universelle Variante für die meisten Situationen.
вузол четвірка, напіввіндзорський вузол та вузол віндзор
Doch damit endet die Fantasie der Krawattenliebhaber nicht. Im Laufe des 20. Jahrhunderts begannen Enthusiasten, immer kompliziertere Knoten zu kreieren. Einige von ihnen erinnern an geometrische Figuren, andere ähneln Blumen oder dekorativen Flechtmustern. Einer der bekanntesten ist der „Eldredge“-Knoten, der 2007 von dem Amerikaner Jeffrey Eldredge erfunden wurde. Seine komplexe Struktur sieht fast wie Origami aus Stoff aus und zieht sofort die Aufmerksamkeit auf sich.
Der „Trinity“-Knoten gilt als noch komplizierter und ist nach dem Symbol der Dreieinigkeit benannt. Seine Form erinnert an ein Kleeblatt oder ein keltisches Ornament. Solche Knoten werden im Alltag selten verwendet, sind jedoch unter Liebhabern der Herrenmode und Teilnehmern feierlicher Veranstaltungen populär geworden.
зверху вузол «Елдредж», знизу вузол «Трініті»
Interessanterweise haben sich auch Mathematiker für Krawatten interessiert. In den 1990er Jahren analysierten die Forscher Thomas Fink und Yong Mao die möglichen Arten, Krawatten zu binden, und kamen zu dem Schluss, dass es Dutzende von Grundknoten gibt. Später bewiesen andere Enthusiasten, dass die Anzahl der potenziellen Kombinationen in Hunderttausenden zählt, obwohl die meisten von ihnen für den praktischen Gebrauch zu seltsam aussehen.
Trotz zahlreicher Veränderungen in der Mode bleibt die Krawatte ein Symbol für Sauberkeit und Respekt gegenüber dem Anlass oder dem Gesprächspartner. Sie hat die Ära der Perücken, Zylinder, Fräcke und sogar das Aufkommen des lässigen Büro-Stils überstanden. Darüber hinaus ist in den letzten Jahren das Interesse an ungewöhnlichen Knoten dank des Internets wieder gestiegen, wo Millionen von Menschen neue Bindemethoden erlernen und ihre eigenen Entdeckungen teilen.
Vielleicht ist das der Grund, warum die Krawatte ein einzigartiges Accessoire bleibt. Es ist nicht nur ein Streifen Stoff, sondern ein seltener Kleidungsbestandteil, den der Mensch jedes Mal selbst formt. Und von dem Knoten, den er wählt, hängt nicht nur das Aussehen ab, sondern auch die kleine Geschichte, die sein Outfit erzählt.
Навесні та на початку літа вулиці, сади й подвір’я наповнюються солодким квітковим ароматом. У цей час часто можна почути: «Зацвів жасмин». Проте в більшості випадків люди помил...