Das Wort „Pandemonium“ wird oft als völliges Chaos, Unordnung und Lärm bezeichnet, in dem es schwer ist zu verstehen, was passiert. Es kann eine Menschenmenge sein, die von Panik ergriffen wird, eine unkontrollierbare Debatte, Hektik während einer Evakuierung oder einfach eine extrem chaotische Situation.
Zum Beispiel:
Nach der Bekanntgabe der Ergebnisse brach im Saal ein echtes Pandemonium aus. Wegen der Flugstreichungen verwandelte sich der Flughafen in ein Pandemonium.
Das Wort klingt, als käme es direkt aus der antiken Mythologie, hat jedoch tatsächlich einen konkreten Autor. Es wurde vom englischen Dichter John Milton für das Gedicht „Das verlorene Paradies“ erfunden.
Was bedeutet das Wort „Pandemonium“
In ukrainischen Wörterbüchern ist Pandemonium eine Ansammlung von Dämonen, Geistern und anderen bösen übernatürlichen Kräften oder der Ort ihrer Versammlung. Gleichzeitig wird das Wort unter dem Einfluss der englischen Sprache zunehmend häufiger im übertragenen Sinne verwendet — als Bezeichnung für außergewöhnliches Chaos, Lärm und Hektik.
Ein Pandemonium kann einen Ort oder eine Situation bezeichnen, in der herrschen:
- Unordnung und Verwirrung;
- lauter Lärm;
- unkontrollierte Hektik;
- allgemeine Aufregung oder Panik.
Die richtige Betonung ist Pandemónium. Es ist ein Substantiv männlichen Geschlechts: Pandemonium, Pandemoniums, Pandemonium.
Im Alltagsgespräch kommt das Wort nicht allzu oft vor. Es ist charakteristischer für literarische Werke, Publizistik, Rezensionen und emotionale Beschreibungen. Stattdessen sagt man normalerweise einfacher: Chaos, Durcheinander, Unordnung, Hektik, Tumult. Dennoch klingt „Pandemonium“ ausdrucksvoller und erzeugt das Bild eines fast höllischen Chaos.
Wer hat das Wort „Pandemonium“ erfunden?
Der Begriff erschien im epischen Gedicht des englischen Schriftstellers John Milton „Das verlorene Paradies“, das erstmals 1667 veröffentlicht wurde. In dem Werk ist Pandemonium die Hauptstadt der Hölle und ein riesiger Palast, in dem Satan die gefallenen Engel zu einer Versammlung ruft.
Milton beschreibt es als ein luxuriöses und grandioses Gebäude, das von einer dämonischen Armee mit außergewöhnlicher Geschwindigkeit errichtet wurde. Tausende von Geistern strömen zur Versammlung, die die Tore, Portale und den großen Saal füllen. Im Originaltext nennt der Dichter Pandemonium „die hohe Hauptstadt Satans und seiner Anhänger“ — dieses Fragment kann in der elektronischen Ausgabe
Miltons Lesesaal des Dartmouth College gelesen werden.
Für den Namen verwendete Milton sprachliche Elemente griechischen Ursprungs: pan — „alle“, „alles“ und daimōn — „Geist“, „Gottheit“, und in späteren christlichen Interpretationen — „Dämon“. Daher kann Pandæmonium ungefähr als „der Ort aller Dämonen“ übersetzt werden.
Somit war Pandemonium kein tatsächlicher Ort aus den antiken griechischen Glaubensvorstellungen. Es ist ein literarischer Name, der im 17. Jahrhundert mit Hilfe griechischer Sprachelemente geschaffen wurde.
Wie der Name der Höllenhauptstadt zur Bezeichnung von Chaos wurde
Ursprünglich war Pandæmonium ein Eigenname, weshalb es mit einem Großbuchstaben geschrieben wurde. Es bezeichnete einen konkreten Ort in der erfundenen Welt von Milton — die Hauptstadt und den Palast, in dem die Versammlung der Dämonen stattfindet.
Allmählich ging das Wort über „Das verlorene Paradies“ hinaus. In der englischen Sprache begann man, damit einen Ort zu bezeichnen, an dem sich viele lärmende, unkontrollierbare Menschen versammeln, und später — den Zustand extremen Chaos. Der Eigenname verwandelte sich in einen allgemeinen, und die Verbindung zu Dämonen wurde überwiegend bildlich.
Diese Bedeutungsverschiebung ist leicht zu erklären. Wenn überall geschrien, gestritten, in verschiedene Richtungen gerannt wird und niemand auf den anderen hört, kann diese Szene tatsächlich an eine dämonische Versammlung erinnern. Daher ist Pandemonium nicht nur Unordnung, sondern Chaos in großem Maßstab, oft laut, spektakulär und etwas bedrohlich.
Wo man dieses Wort hören kann
Ein Pandemonium kann das Durcheinander am Bahnhof, eine hitzige politische Diskussion, chaotische Ereignisse bei einem Konzert oder eine Situation bezeichnen, in der eine Menschenmenge plötzlich die Ruhe verliert. Das Wort wird auch oft übertrieben oder scherzhaft verwendet:
Als die Kinder gleichzeitig alle Geschenke auspacken durften, brach im Zimmer ein Pandemonium aus.
In Fantasy, Horror, Videospielen und Musik wird Pandemonium oft zum Namen einer Höllenstadt, einer dämonischen Welt, eines Zaubers, eines Levels oder eines einzelnen Werkes. In solchen Fällen kehren die Autoren normalerweise zum ursprünglichen Bild von Milton zurück und nicht nur zur modernen Bedeutung „Unordnung“.
Ein Pandemonium bezeichnet auch eine Ansammlung übernatürlicher Wesen, die für eine bestimmte Kultur oder Glaubenssystem charakteristisch sind. Zum Beispiel kann der Ausdruck „ukrainisches Pandemonium“ die gesamte Welt der dämonologischen Figuren der ukrainischen Tradition bezeichnen: Teufel, Vampire, Hausgeister, Wassermänner, Nixen und andere Wesen. In diesem Kontext bedeutet das Wort nicht Chaos, sondern eine Art Versammlung oder ein System mythologischer Bilder.
Pandemonium, Chaos und Durcheinander — gibt es einen Unterschied?
Diese Wörter sind bedeutungsnah, aber nicht ganz identisch.
Chaos ist der weiteste und neutralste Begriff. Damit kann sowohl das Durcheinander in einem Raum als auch das Fehlen eines verständlichen Systems in der Arbeit beschrieben werden.
Durcheinander bedeutet normalerweise laute Hektik, Lärm und alltägliche Unordnung. Dieses Wort hat einen ausgeprägteren umgangssprachlichen Farbton.
Pandemonium verstärkt den Eindruck. Es vermittelt ein Gefühl von Größe, Unkontrollierbarkeit und verborgener Vergleich mit der Hölle. Deshalb klingt der Satz „Im Büro herrschte Unordnung“ alltäglich, während „Im Büro herrschte Pandemonium“ ein viel dramatischeres Bild zeichnet.
So verbirgt sich hinter dem effektvollen Wort zur Bezeichnung von Chaos eine ganz konkrete literarische Geschichte. Einst war Pandemonium die Hauptstadt der Hölle in „Das verlorene Paradies“, und heute kann es überall beginnen — von einem überfüllten Stadion bis zu einem Raum, in dem Kinder eine Kiste mit neuen Spielzeugen ausgepackt haben.